Lesung: Mein Weinviertel II - Gábor Fónyad, Mario Wurmitzer, Johanna Hieblinger
Eine Veranstaltung der Literaturedition Niederösterreich mit Unsterstützung des Literaturverein Mistelbuch
Buchpräsentation und Lesung - Mein Weinviertel II
Am 24. September ist Herausgeber Wolfgang Kühn im Kultur-Quartier Kloster zu Gast und präsentiert das Buch in der barocken Klosterbibliothek. Gemeinsam mit den Autoren Mario Wurmitzer, Gabor Fonyad und Johanna Hieblinger liest er ausgewählte Texte aus der Anthologie.
Die AutorInnen:
Gábor Fónyad
Geboren 1983 in Wien. Schriftsteller, Sprachwissenschaftler, AHS-Lehrer. Lebt mit seiner Familie in Niederösterreich. Bisher erschienen drei Romane: „Zuerst der Tee“ (Verlag Wortreich, 2015), „Als Jesus in die Puszta kam“ (Elster & Salis Wien, 2021, in ungarischer Übersetzung 2023 bei Atlantic Press / Budapest erschienen) und „Was noch kommt“ (Elster & Salis Wien, 2024).
Mario Wurmitzer
1992 in Mistelbach geboren, ist Autor von Romanen, Theatertexten und Kurzgeschichten. Seine Theaterstücke wurden u.a. im Theater Heilbronn, Theater Osnabrück, Schauspielhaus Wien, Kosmos Theater Bregenz und Werk X-Petersplatz uraufgeführt. Für seinen zuletzt erschienen Roman „Tiny House“ wurde er mit dem Förderpreis der Stadt Wien und dem Literaturpreis Floriana ausgezeichnet.
Johanna Hieblinger
Geboren 1981 in Wien und aufgewachsen im Weinviertel. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden veröffentlicht und ausgezeichnet, zuletzt mit dem 2. Platz des Österreichischen Literaturpreises für Erzählungen 2024. Schreibt an ihrem ersten Roman, für den sie das Arbeitsstipendium Literatur des Landes Niederösterreich erhielt.
Das Buch:
In der Tourismuswerbung wird gerne die Idylle des Weinviertels vergangener Tage beschworen – malerische Kellergassen, traute Presshausgemütlichkeit, kurzum, ein Weinviertel, in dem die Zeit stillzustehen scheint, so, wie man es aus den Polt-Verfilmungen der Nullerjahre kennt. Doch die Wirklichkeit sieht schon längst anders aus. Viele der pittoresken Weinkeller werden nicht mehr bewirtschaftet und jene Weinkeller, vor denen ein alter Winzer sitzt und die zufällig Vorbeikommenden auf ein Gläschen Wein einlädt, sind äußerst selten geworden.
Droht das Weinviertel ein Fall fürs Freilichtmuseum zu werden?
Zwölf Autor:innen mit Weinviertelbezug haben sich über das „alte“ und „neue“ Weinviertel, das Weinviertel im Wandel Gedanken gemacht. Autor:innen wie Eva Holzmair und Margit Mössmer reisen in ihren Geschichten weit in die Vergangenheit ihrer Familien zurück. Mario Wurmitzer erzählt in seinem Text von einem „Transhumanistischen Zentrum“, das in einem Weinkeller entstanden ist, und Xaver Bayer wundert sich in seinem Text darüber, was heutzutage als „nachhaltig“ gepriesen wird.
Mit Texten von Xaver Bayer, Verena Dürr, Mia Eidlhuber, Gábor Fonyád, Johanna Hieblinger, Eva Holzmair, Michael Kos, Regine Koth Afzelius, Margit Mössmer, Helmut A. Niederle, Susanne Weigersdorfer und Mario Wurmitzer.
Lesung: Elisabeth Lexer
Das Buch:
Elisabeth Lexers Roman Bakunins Töchter blickt zurück auf die Anfänge „des Dorfes“, einer Kommune im Grenzland, erzählt aus der Sicht der betagten Dora. Es entspinnt sich eine Geschichte von jugendlichem Enthusiasmus, subtiler und offener Frauenfeindlichkeit, von Widerstand, aufkeimender Anarchie und dem Zerbrechen von Träumen, die in Doras Kindheit beginnt und vom „Dorfexperiment“ in den 1970ern bis in die Gegenwart reicht. Doras Blick auf die zusammengewürfelte Gruppe aus Hippies, radikal Linken, Feministinnen und Aussteigern, die angetreten waren, um in den Arbeiterhäusern eines Gutshofs an der Grenze die ideale Gesellschaft vorzuleben, ist ironisch und selbstkritisch. Prägend ist die Figur des Henry, charismatisch und herrschsüchtig, an dessen Machtgehabe die Gemeinschaft beinahe zerbricht. Nachdem Hilli, eine von Doras engsten Freundinnen, sich nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Albert von ihm distanziert und die Frauen sich geschlossen gegen ihn stellen, verlässt er die Kommune – um Jahre später zurückzukehren und Anspruch auf Albert zu erheben. Im Zorn erschlägt Hilli ihn, die Frauen schweigen über die Tat. Erst nach Hillis Tod trifft Albert die Dorfbewohnerinnen wieder und kehrt als vermeintlicher Erbe ins Dorf zurück. Seine von Selbstzweifeln geplagte Frau Carla bleibt spontan entschlossen im Haus seiner Mutter und beginnt Fragen nach Henrys Verschwinden zu stellen …
Die Autorin:
Elisabeth Lexer, 1965 in Wolfsberg/Kärnten geboren, ist Germanistin und als freie Lektorin tätig. Sie lebt seit 2018 im Südburgenland. Für ihre Arbeit erhielt sie diverse Stipendien, u. a. 2025 eine Förderung der Burgenland-Stiftung Theodor-Kery. Nach drei Kriminalsatiren in Kooperation mit Robert Boulanger (Plan B, Wildwochen, Maiandacht, Erstausgaben bei sisyphus; Neuauflage 2020 bei medimont) erschien 2022 in der edition lex liszt 12 die Novelle Fluchttiere.
Lesung: Andreas Jungwirth
Der Autor: Andreas Jungwirth
1967 in Linz geboren, lebt nach langer Zeit in Berlin wieder in Wien. Studierte in Wien Germanistik und Theaterwissenschaft sowie am Konservatorium Schauspiel. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit (Theater, Hörspiel) arbeitet er als Hörspielregisseur und moderiert Publikumsveranstaltungen für Ö1 (Hörspielgala, radiophone werkstatt). Zuletzt erschienen in der Edition Atelier seine Erzählung »Wir haben keinen Kontakt mehr« (2019) und der Roman »Im Atlas« (2022).
Das Buch: Alle meine Namen
»Schaffst du das?«, fragt Peter. »Natürlich«, sagt Johanna, »ich kann alles, was ein Mann auch kann.« Und das beweist sie schon ihr ganzes Leben lang. Nach diesem Dialog wird Johanna, die gerade ein Kind bekommen hat und ihren an Polio erkrankten Mann Peter pflegt, ein Haus für die Familie bauen. Da ist sie gerade Anfang zwanzig und hat bereits viel erlebt: den Tod des geliebten Vaters und den Umzug aufs Land, den Krieg, Heimweh und Liebeskummer als Dienstmädchen in der Schweiz und die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Nie hat Johanna den Mut und die Kraft verloren, sich den gesellschaftlichen Konventionen entgegenzusetzen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das tut sie auch noch als alte Frau, deren mitreißende Geschichte noch lange nicht vorbei ist.
Lesung: Clar Gallistl und Nicole List
Die AutorInnen und Bücher:
Clar Gallistl
Clar Gallistl, geboren 1988 in Linz, ist Expert:in für Community Building und Fairness in Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft. Mit nationalen und internationalen Partner:innen entwickelt Clar Strukturen der Gleichbehandlung, Diversität und Zugehörigkeit. Zentral für diese Arbeit ist stets die Frage, wie ein gutes Arbeitsumfeld aussehen kann. Das Wissen darum verbreitet Clar Gallistl in Vorträgen, Trainings und Weiterbildungen. Leidenschaft bringt Clar nicht nur für soziale Gerechtigkeit am Theater mit, sondern auch in der Fankultur des Fußballs.
Soft Power
Kultur prägt unser politisches Bewusstsein. Wir wissen um Machtmissbrauch in der Branche. Doch dann steht die nächste Top-Job-Besetzung an. Was bleibt wirklich von #metoo und Co.?
Der Kulturbetrieb ist nach wie vor ein Sehnsuchtsort. Doch hinter den Kulissen lauern chronische Überarbeitung, schlechte Bezahlung, Sexismus, Rassismus, Klassismus, Übergriffe, Machtmissbrauch. Einen solchen sich selbst aushöhlenden Kulturbetrieb, der Menschen nicht schützt, können wir uns nicht leisten – finanziell und gesellschaftlich.
Clar Gallistl hat vieles davon selbst erlebt und spricht mit Kolleg:innen und Expert:innen darüber, wie es anders gehen kann. Zwischen Wien und London findet Clar Gleichgesinnte, die an die „Soft Power“ von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft glauben und für eine wirklich demokratische Kultur eintreten. Sie alle eint die Frage: How can we help? Was können wir zum Gelingen einer menschenfreundlichen Kunst und Kultur beitragen?
Nicole List
Nicole List, geboren 1990 in der Steiermark, wächst auf einem Bauernhof auf. Aus Liebe zur Literatur studiert sie Germanistik in Graz und Wien. Seit 2016 arbeitet sie als Buchhändlerin. Im Mai 2023 erfüllt sie sich mit der Buchhandlung List mit Schwerpunkt auf deutsch-, französisch- und italienischsprachiger Literatur den Traum von der eigenen Buchhandlung. Viele kennen Nicole List als unermüdliche Buchexpertin im Fernsehen und in den sozialen Medien sowie als Moderatorin zahlreicher literarischer Veranstaltungen. „Angst vor Männern“ ist ihr Debüt.
Angst vor Männern
Während ich zu survival of the friendliest recherchiere, rufen mir Männer „Miez, Miez, Miez!“ hinterher. Während ich von Experimenten lese, die die Theorie des survival of the fittest widerlegen, verfolgt mich ein Mann auf dem Nachhauseweg.
„Ich hasse Männer nicht. Ich habe Angst vor ihnen.“ Es hat Jahre gedauert, bis Nicole List sich erlaubt hat, diese Sätze zu denken – noch viel länger, sie laut auszusprechen. So hart das klingt, so sehr sind sie eine Befreiung: von dem nagenden Gefühl der Unsicherheit in Herz, Hirn und Magen, von selbstauferlegtem Schweigen und nicht zuletzt davon, Männer aus ihrer Verantwortung zu entlassen.
Nicole List findet eine beeindruckende Sprache dafür, was es heißt, in einer Welt aufzuwachsen und zu leben, die von und für cis Männer gemacht ist. Sie benennt schmerzhafte Wahrheiten, teilt Erfahrungen und schont niemanden, am wenigsten sich selbst. Das Kunststück, das ihr mit „Angst vor Männern“ gelingt: Sie verweilt nie in Schuldzuweisungen, sondern fordert vehement das angstfreie Leben für alle – und zeigt, was dafür notwendig ist.
Lesung: Stefan Kutzenberger
Der Autor: Stefan Kutzenberger
Stefan Kutzenberger, geboren 1971 in Linz, lebt als Schriftsteller in Wien. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem vom Literarischen Colloquium Berlin, dem Deutschen Literaturfonds (Darmstadt) sowie mit dem Preis der Internationalen Literaturdialoge (Wien – San Francisco). 2021 vertrat er Österreich mit seinem Roman »Jokerman« bei der European Literature Night in New York, 2024 feierte sein Theaterstück »Divas im Dilemma« Premiere. »Die Liste der Lebenden« (2026) ist sein vierter Roman.
Das Buch: Die Liste der Lebenden
September 1858, mitten auf dem Atlantik. Eine nicht mehr ganz junge Frau treibt nackt auf einer Tür liegend in den sachten Wellen. Die Sonne scheint und in Gedanken ist sie in Dänemark.
Henriette Wulff, aus bester dänischer Familie, ist dreiundfünfzig, als sie sich entschließt, ihre Heimat hinter sich zu lassen und nach Amerika auszuwandern. Trotz ihres umtriebigen Soziallebens in den Salons Kopenhagens, trotz ihrer zahlreichen Bekanntschaften in Europa. Und trotz ihrer intensiven Freundschaft mit dem Dichter Hans Christian Andersen, mit dem sie über Jahrzehnte hinweg Hunderte Briefe wechselte.
Doch die Überfahrt endet in einer Katastrophe, der größten Schifffahrtskatastrophe des 19. Jahrhunderts. Inmitten der Trümmer des Dampfers »Austria« bleibt Henriette nichts übrig, als in Gedanken weiter Briefe an Andersen zu verfassen, ahnend, dass er zu Hause in seiner Schreibstube auch nicht anders kann, als ihr zu schreiben.
Lesung: Raphaela Edelbauer
Mistelbuch lädt zur Lesung im Kultur-Quartier Kloster. In der Bibliothek des ehem. Barnabitenklosters (1. Stock). Wir freuen uns am 29. Mai 2026 die wunderbare Raphaela Edelbauer bei uns zu Gast begrüßen zu dürfen.
Die Autorin: Raphaela Edelbauer
Raphaela Edelbauer, geboren in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurden ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Ihr Debütroman »Das flüssige Land« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, ihr dritter Roman »Die Inkommensurablen« auf der Longlist. Für ihren zweiten Roman »DAVE« erhielt sie den Österreichischen Buchpreis. Raphaela Edelbauer lebt in Wien.
Das Buch: Die echtere Wirklichkeit
Die Aktivistengruppe Aletheia kämpft für die absolute Wahrheit, denn Verschwörungstheorien, Fehlinformationen und alternative Wahrheiten sind die größten Probleme unserer Zeit. Durch künstlerische Interventionen will die Gruppe die Öffentlichkeit bekehren. Aber wozu eine Sprengstoffexpertin in der Gruppe haben, wenn man nie Sprengstoff nutzt? Der neue Roman von Raphaela Edelbauer erzählt von den Bedingungen unserer Gegenwart und den Grundlagen unseres Denkens.
Zeit:
19:00
Ort:
Kultur-Quartier Kloster, 1. Stock (Bibliothek)
Marienplatz 1
2130 Mistelbach
Eintritt: frei!
Mistelbuch lädt zum Literaturabend
Der neue Literaturverein in Mistelbach stellt sich vor.
Ganna Gnedkova und Peter Marius Huemer lesen Texte aus eigener Feder, literarische Klassiker und mehr im stimmungsvollen Ambiente der Bibliothek des ehemaligen Barnabitenklosters.
Wir freuen freuen uns, Sie an diesem Abend des literarischen Kennenlernens zahlreich begrüßen zu dürfen.
Eintritt frei!

