Lesung: Andreas Jungwirth
Der Autor: Andreas Jungwirth
1967 in Linz geboren, lebt nach langer Zeit in Berlin wieder in Wien. Studierte in Wien Germanistik und Theaterwissenschaft sowie am Konservatorium Schauspiel. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit (Theater, Hörspiel) arbeitet er als Hörspielregisseur und moderiert Publikumsveranstaltungen für Ö1 (Hörspielgala, radiophone werkstatt). Zuletzt erschienen in der Edition Atelier seine Erzählung »Wir haben keinen Kontakt mehr« (2019) und der Roman »Im Atlas« (2022).
Das Buch: Alle meine Namen
»Schaffst du das?«, fragt Peter. »Natürlich«, sagt Johanna, »ich kann alles, was ein Mann auch kann.« Und das beweist sie schon ihr ganzes Leben lang. Nach diesem Dialog wird Johanna, die gerade ein Kind bekommen hat und ihren an Polio erkrankten Mann Peter pflegt, ein Haus für die Familie bauen. Da ist sie gerade Anfang zwanzig und hat bereits viel erlebt: den Tod des geliebten Vaters und den Umzug aufs Land, den Krieg, Heimweh und Liebeskummer als Dienstmädchen in der Schweiz und die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Nie hat Johanna den Mut und die Kraft verloren, sich den gesellschaftlichen Konventionen entgegenzusetzen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das tut sie auch noch als alte Frau, deren mitreißende Geschichte noch lange nicht vorbei ist.
Lesung: Clar Gallistl und Nicole List
Die AutorInnen und Bücher:
Clar Gallistl
Clar Gallistl, geboren 1988 in Linz, ist Expert:in für Community Building und Fairness in Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft. Mit nationalen und internationalen Partner:innen entwickelt Clar Strukturen der Gleichbehandlung, Diversität und Zugehörigkeit. Zentral für diese Arbeit ist stets die Frage, wie ein gutes Arbeitsumfeld aussehen kann. Das Wissen darum verbreitet Clar Gallistl in Vorträgen, Trainings und Weiterbildungen. Leidenschaft bringt Clar nicht nur für soziale Gerechtigkeit am Theater mit, sondern auch in der Fankultur des Fußballs.
Soft Power
Kultur prägt unser politisches Bewusstsein. Wir wissen um Machtmissbrauch in der Branche. Doch dann steht die nächste Top-Job-Besetzung an. Was bleibt wirklich von #metoo und Co.?
Der Kulturbetrieb ist nach wie vor ein Sehnsuchtsort. Doch hinter den Kulissen lauern chronische Überarbeitung, schlechte Bezahlung, Sexismus, Rassismus, Klassismus, Übergriffe, Machtmissbrauch. Einen solchen sich selbst aushöhlenden Kulturbetrieb, der Menschen nicht schützt, können wir uns nicht leisten – finanziell und gesellschaftlich.
Clar Gallistl hat vieles davon selbst erlebt und spricht mit Kolleg:innen und Expert:innen darüber, wie es anders gehen kann. Zwischen Wien und London findet Clar Gleichgesinnte, die an die „Soft Power“ von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft glauben und für eine wirklich demokratische Kultur eintreten. Sie alle eint die Frage: How can we help? Was können wir zum Gelingen einer menschenfreundlichen Kunst und Kultur beitragen?
Nicole List
Nicole List, geboren 1990 in der Steiermark, wächst auf einem Bauernhof auf. Aus Liebe zur Literatur studiert sie Germanistik in Graz und Wien. Seit 2016 arbeitet sie als Buchhändlerin. Im Mai 2023 erfüllt sie sich mit der Buchhandlung List mit Schwerpunkt auf deutsch-, französisch- und italienischsprachiger Literatur den Traum von der eigenen Buchhandlung. Viele kennen Nicole List als unermüdliche Buchexpertin im Fernsehen und in den sozialen Medien sowie als Moderatorin zahlreicher literarischer Veranstaltungen. „Angst vor Männern“ ist ihr Debüt.
Angst vor Männern
Während ich zu survival of the friendliest recherchiere, rufen mir Männer „Miez, Miez, Miez!“ hinterher. Während ich von Experimenten lese, die die Theorie des survival of the fittest widerlegen, verfolgt mich ein Mann auf dem Nachhauseweg.
„Ich hasse Männer nicht. Ich habe Angst vor ihnen.“ Es hat Jahre gedauert, bis Nicole List sich erlaubt hat, diese Sätze zu denken – noch viel länger, sie laut auszusprechen. So hart das klingt, so sehr sind sie eine Befreiung: von dem nagenden Gefühl der Unsicherheit in Herz, Hirn und Magen, von selbstauferlegtem Schweigen und nicht zuletzt davon, Männer aus ihrer Verantwortung zu entlassen.
Nicole List findet eine beeindruckende Sprache dafür, was es heißt, in einer Welt aufzuwachsen und zu leben, die von und für cis Männer gemacht ist. Sie benennt schmerzhafte Wahrheiten, teilt Erfahrungen und schont niemanden, am wenigsten sich selbst. Das Kunststück, das ihr mit „Angst vor Männern“ gelingt: Sie verweilt nie in Schuldzuweisungen, sondern fordert vehement das angstfreie Leben für alle – und zeigt, was dafür notwendig ist.
Lesung: Stefan Kutzenberger
Der Autor: Stefan Kutzenberger
Stefan Kutzenberger, geboren 1971 in Linz, lebt als Schriftsteller in Wien. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem vom Literarischen Colloquium Berlin, dem Deutschen Literaturfonds (Darmstadt) sowie mit dem Preis der Internationalen Literaturdialoge (Wien – San Francisco). 2021 vertrat er Österreich mit seinem Roman »Jokerman« bei der European Literature Night in New York, 2024 feierte sein Theaterstück »Divas im Dilemma« Premiere. »Die Liste der Lebenden« (2026) ist sein vierter Roman.
Das Buch: Die Liste der Lebenden
September 1858, mitten auf dem Atlantik. Eine nicht mehr ganz junge Frau treibt nackt auf einer Tür liegend in den sachten Wellen. Die Sonne scheint und in Gedanken ist sie in Dänemark.
Henriette Wulff, aus bester dänischer Familie, ist dreiundfünfzig, als sie sich entschließt, ihre Heimat hinter sich zu lassen und nach Amerika auszuwandern. Trotz ihres umtriebigen Soziallebens in den Salons Kopenhagens, trotz ihrer zahlreichen Bekanntschaften in Europa. Und trotz ihrer intensiven Freundschaft mit dem Dichter Hans Christian Andersen, mit dem sie über Jahrzehnte hinweg Hunderte Briefe wechselte.
Doch die Überfahrt endet in einer Katastrophe, der größten Schifffahrtskatastrophe des 19. Jahrhunderts. Inmitten der Trümmer des Dampfers »Austria« bleibt Henriette nichts übrig, als in Gedanken weiter Briefe an Andersen zu verfassen, ahnend, dass er zu Hause in seiner Schreibstube auch nicht anders kann, als ihr zu schreiben.
Lesung: Raphaela Edelbauer
Mistelbuch lädt zur Lesung im Kultur-Quartier Kloster. In der Bibliothek des ehem. Barnabitenklosters (1. Stock). Wir freuen uns am 29. Mai 2026 die wunderbare Raphaela Edelbauer bei uns zu Gast begrüßen zu dürfen.
Die Autorin: Raphaela Edelbauer
Raphaela Edelbauer, geboren in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurden ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Ihr Debütroman »Das flüssige Land« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, ihr dritter Roman »Die Inkommensurablen« auf der Longlist. Für ihren zweiten Roman »DAVE« erhielt sie den Österreichischen Buchpreis. Raphaela Edelbauer lebt in Wien.
Das Buch: Die echtere Wirklichkeit
Die Aktivistengruppe Aletheia kämpft für die absolute Wahrheit, denn Verschwörungstheorien, Fehlinformationen und alternative Wahrheiten sind die größten Probleme unserer Zeit. Durch künstlerische Interventionen will die Gruppe die Öffentlichkeit bekehren. Aber wozu eine Sprengstoffexpertin in der Gruppe haben, wenn man nie Sprengstoff nutzt? Der neue Roman von Raphaela Edelbauer erzählt von den Bedingungen unserer Gegenwart und den Grundlagen unseres Denkens.
Zeit:
19:00
Ort:
Kultur-Quartier Kloster, 1. Stock (Bibliothek)
Marienplatz 1
2130 Mistelbach
Eintritt: frei!
Mistelbuch lädt zum Literaturabend
Der neue Literaturverein in Mistelbach stellt sich vor.
Ganna Gnedkova und Peter Marius Huemer lesen Texte aus eigener Feder, literarische Klassiker und mehr im stimmungsvollen Ambiente der Bibliothek des ehemaligen Barnabitenklosters.
Wir freuen freuen uns, Sie an diesem Abend des literarischen Kennenlernens zahlreich begrüßen zu dürfen.
Eintritt frei!

