Die AutorInnen und Bücher:
Clar Gallistl
Clar Gallistl, geboren 1988 in Linz, ist Expert:in für Community Building und Fairness in Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft. Mit nationalen und internationalen Partner:innen entwickelt Clar Strukturen der Gleichbehandlung, Diversität und Zugehörigkeit. Zentral für diese Arbeit ist stets die Frage, wie ein gutes Arbeitsumfeld aussehen kann. Das Wissen darum verbreitet Clar Gallistl in Vorträgen, Trainings und Weiterbildungen. Leidenschaft bringt Clar nicht nur für soziale Gerechtigkeit am Theater mit, sondern auch in der Fankultur des Fußballs.
Soft Power
Kultur prägt unser politisches Bewusstsein. Wir wissen um Machtmissbrauch in der Branche. Doch dann steht die nächste Top-Job-Besetzung an. Was bleibt wirklich von #metoo und Co.?
Der Kulturbetrieb ist nach wie vor ein Sehnsuchtsort. Doch hinter den Kulissen lauern chronische Überarbeitung, schlechte Bezahlung, Sexismus, Rassismus, Klassismus, Übergriffe, Machtmissbrauch. Einen solchen sich selbst aushöhlenden Kulturbetrieb, der Menschen nicht schützt, können wir uns nicht leisten – finanziell und gesellschaftlich.
Clar Gallistl hat vieles davon selbst erlebt und spricht mit Kolleg:innen und Expert:innen darüber, wie es anders gehen kann. Zwischen Wien und London findet Clar Gleichgesinnte, die an die „Soft Power“ von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft glauben und für eine wirklich demokratische Kultur eintreten. Sie alle eint die Frage: How can we help? Was können wir zum Gelingen einer menschenfreundlichen Kunst und Kultur beitragen?
Nicole List
Nicole List, geboren 1990 in der Steiermark, wächst auf einem Bauernhof auf. Aus Liebe zur Literatur studiert sie Germanistik in Graz und Wien. Seit 2016 arbeitet sie als Buchhändlerin. Im Mai 2023 erfüllt sie sich mit der Buchhandlung List mit Schwerpunkt auf deutsch-, französisch- und italienischsprachiger Literatur den Traum von der eigenen Buchhandlung. Viele kennen Nicole List als unermüdliche Buchexpertin im Fernsehen und in den sozialen Medien sowie als Moderatorin zahlreicher literarischer Veranstaltungen. „Angst vor Männern“ ist ihr Debüt.
Angst vor Männern
Während ich zu survival of the friendliest recherchiere, rufen mir Männer „Miez, Miez, Miez!“ hinterher. Während ich von Experimenten lese, die die Theorie des survival of the fittest widerlegen, verfolgt mich ein Mann auf dem Nachhauseweg.
„Ich hasse Männer nicht. Ich habe Angst vor ihnen.“ Es hat Jahre gedauert, bis Nicole List sich erlaubt hat, diese Sätze zu denken – noch viel länger, sie laut auszusprechen. So hart das klingt, so sehr sind sie eine Befreiung: von dem nagenden Gefühl der Unsicherheit in Herz, Hirn und Magen, von selbstauferlegtem Schweigen und nicht zuletzt davon, Männer aus ihrer Verantwortung zu entlassen.
Nicole List findet eine beeindruckende Sprache dafür, was es heißt, in einer Welt aufzuwachsen und zu leben, die von und für cis Männer gemacht ist. Sie benennt schmerzhafte Wahrheiten, teilt Erfahrungen und schont niemanden, am wenigsten sich selbst. Das Kunststück, das ihr mit „Angst vor Männern“ gelingt: Sie verweilt nie in Schuldzuweisungen, sondern fordert vehement das angstfreie Leben für alle – und zeigt, was dafür notwendig ist.

